Spiri

Spiri
von Janosch Beyer

Majestätisch ragen sie über uns auf – Berge. Im Winter wie im Sommer ist
es unglaublich, vor ihnen zu stehen. Nicht zu fassen, diese schiere
Größe, diese Naturgewalt. Erklimme ich einen Berg, ist es harte Arbeit.
Im Winter durch tiefe Schneefelder, im Sommer kletternd über Steine. Der
Moment des Triumphs, wenn ich oben stehe, der Natur gezeigt habe, dass
ich mich mit ihr messen kann. Und der Moment der Dankbarkeit: gegenüber
Gott, der mich beschützt hat, gegenüber meinem Körper, der mich nicht im
Stich gelassen hat. Am Weg waren genug Gedenktafeln verunglückter
Bergsteiger. Das sehe ich im Gipfelkreuz. Es steht hoch über dem Tal,
immer wachend und erinnert mich daran, trotz meiner Fähigkeiten als
Mensch demütig und dankbar zu sein.