Fußball- WM – Trennt oder vereint sie die Nationen?

 

 

Die WM ist ja immer etwas Schönes. Wir holen unsere Flaggen heraus, malen uns unsere Landesfarben ins Gesicht, grillen im Garten und Jubeln für unser Team. Das klingt ganz harmlos, ganz normal. Und es tut ja schließlich auch jede*r: Wir, die Italiener, die Spanier, die Brasilianer. Ein großes Fest der Nationen, bei dem jede*r sein Land zusammen feiert. Aber vielleicht ist das doch nicht ganz so harmlos. Um das zu verstehen, muss man sich nur anhören, was in den Biergärten geschrien wird, wenn Italien dann doch ein Tor mehr schießt. Oder nach wichtigen Fußballspielen die Nachrichten schauen und herausfinden, dass wieder einmal ein paar Ausländer verprügelt worden sind. Und auch, wenn wir vielleicht nie so weit gehen würden, ist es uns natürlich wichtig, wie unser Team bei der WM spielt. Und wenn Deutschland dann eben doch verliert, spielt es für uns eine Rolle. Die anderen haben gegen uns gewonnen. und das auch noch unverdient. Zumindest in unseren Köpfen. Die haben doch eh nur Schwalben gemacht und der Schiedsrichter hat mal wieder gegen uns gepfiffen. Und genau das erzeugt ein Feindbild: Wir gegen die. Eine Abgrenzung, die natürlich existiert, die aber im normalen Leben keine Rolle spielt. Weil es heute kein Gegeneinander mehr gibt, zumindest nicht in Europa. Oder zumindest nicht mehr geben sollte.
Doch im Fußball lebt das weiter. Und da Fußball ja bekanntlich die wichtigste Nebensache der Welt ist, damit auch in uns.

 

Es ist wieder Zeit, man kramt die verstaubten Flaggen aus dem Kellner und jubelt für die Nationalelf. Egal ob im Biergarten beim Public Viewing oder Zuhause mit Freunden: Die Stimmung ist gut, vor allem, wenn Deutschland ein Tor schießt. Natürlich ist man für Deutschland, das bedeutet aber noch lange nicht, dass man etwas gegen den Gegenspieler*in hat, oder gar seine Nationalität.
Und auch wenn die Nationen gegeneinander spielen, heißt das nicht, dass man nicht zusammen feiern kann. Ja, während den Spielen fallen vielleicht so manch unangepasste Bemerkungen, aber trotzdem wird nach dem Spiel zusammen gejubelt und gefeiert. Das ist nicht anders, als bei den Kreisligaspielen in seinem eigenen Ort, egal bei welcher Sportart.
Die WM ist immer eine Zeit der Freunde und diese Freude beschränkt sich nicht auf ein Land. Überall auf den sozialen Netzwerken sehen wir Bilder und Videos von Fans verschiedener Länder, welche zusammen die WM erleben.
Fans aus der ganzen Welt reisen zur WM und nicht zu selten kommt es dort zu Begegnungen, welche sonst so nie statt gefunden hätten. Die Nationen lernen die Anderen und deren Kultur kennen, es kommt zu einen Austausch, der das Miteinander nur verstärkt.
Und auch wenn jeder sich wünscht, dass seine Nation Weltmeister*in wird, bedeutet das nicht, dass man von der WM nur einen Pokal mit nach Hause nehmen kann, sondern viel mehr eine gemeinsame Begeisterung mit der Rest der Welt.